Demokratie nur im Kapitalismus möglich?!

Im Tagesspiegel stellt Frau Weidenfeld die These auf, dass Demokratie ohne Kapitalismus unmöglich ist. Sie stellt zwar klar, dass der Kapitalismus wunderbar ohne Demokratie überleben könnte, aber die Demokratie eben nicht ohne Kapitalismus. Eine Interessante These, für die Frau Weidenfeld allerdings keinerlei Beweise bringt.

Im Kapitalismus ist wirkliche Demokratie nicht möglich!

Ich würde genau die gegenteilige These aufstellen. Ich behaupte, dass im Kapitalismus keine wirkliche Demokratie möglich ist. Viel zu stark ist der Einfluss des Kapitals auf die Entscheidungen der Volksvertreter. Wenn Vertreter des Kapitals Gesetze schreiben, um damit die eigenen Profite zu erhöhen, dann hat das wenig mit Demokratie zu tun. Wenn Herr Hartz Sanktionen für Arbeitslose einführt, um damit Druck sowohl auf die Erwerbslosen wie auch auf die Erwerbstätigen ausübt, dann hat das wenig mit Demokratie zu tun. Demokratie bedeutet nämlich nicht, dass das Kapital geschützt werden muss. Demokratie bedeutet auch nicht, dass die Profite des Kapitals optimiert werden müssen, sondern Demokratie soll jedem Menschen die Möglichkeit der freien Entfaltung geben.

Demokratie ist der Raum, in der gesellschaftliche Ideen in einen Wettkampf treten, um die Gesellschaft insgesamt besser zu machen. Sie soll dazu beitragen, dass die Menschen ein gutes und glückliches Leben führen können. Nicht nur einige wenige, sondern wirklich alle Menschen.

Die Frage ist jetzt, ist das im Kapitalismus möglich? Meiner Meinung nach nicht! Der Kapitalismus kann nur existieren, solange es Ungleichheiten gibt. Er existiert, weil es Menschen gibt, die ausgebeutet werden können, damit der Wohlstand einiger weniger vermehrt wird. Eine solche Ungleichheit wäre in einer wirklichen Demokratie gar nicht aufrecht zu erhalten!

Demokratie ist nur in einer solidarischen Gesellschaft möglich

Deswegen behaupte ich, dass eine wirkliche Demokratie nur in einer solidarischen Gesellschaft möglich wäre. Eine Gesellschaft, in der sich jeder Individuell entfalten kann, in der aber eben nicht der Egoismus der Leitgedanke ist, sondern die Solidarität. Eine Gesellschaft also, in der der Mensch nicht nur handelt, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen, sondern in der er handelt, damit alle Menschen in der Gesellschaft ein gutes Leben führen können.

Klar, von einer solchen Gesellschaft sind wir weit entfernt. Derzeit leben wir in einer Gesellschaft, in der Lobbyisten oder Konzerne selbst die Gesetze schreiben, um sich Vorteile zu verschaffen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Profit über alles steht, weswegen das Kapital geschont wird, obwohl es unglaubliche Schäden in der Gesellschaft und in der Natur anrichtet. Wirkliche Demokratie kann von einem solchen System – dem Kapitalismus – nicht abhängig sein.

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