Archiv der Kategorie: Energie

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Die Politik hat keine Utopien für den Kohleausstieg

Jede Tonne CO2, die im Boden bleibt, jede Tonne Kohle, die nicht abgebaut wird, ist eine Chance den Klimawandel doch noch etwas erträglicher zu gestalten und die Welt auch für die nächsten Generationen lebenswert zu erhalten. Deswegen verstehe ich absolut nicht, warum Politiker absolut keine Phantasie entwickeln, um schnelle Wege aus dem Abbau von Kohle zu finden. Sicherlich gehen Arbeitsplätze verloren, aber gerade hier hätte die Politik ja einen großen Spielraum, diesen Jobverlust abzufedern.

Im Braunkohleabbau arbeiten derzeit wohl rund 30.000 Menschen, hinzukommen noch die Jobs, die in einem Zusammenhang mit den Jobs im Braunkohleabbau stehen. Es geht also um 70.000 bis 100.000 Jobs in Deutschland. Diese würden wohl verloren gehen, aber eben nicht ohne Ersatz, denn dafür würden wahrscheinlich wieder Jobs im Bereich der erneuerbaren Energie entstehen. Natürlich braucht es dafür andere Qualifikationen, aber was spricht denn dagegen, wenn der Staat erst einmal die Gehälter von diesen Menschen übernimmt und ihnen gleichzeitig die Umschulungen ermöglicht, durch die diese Menschen dann die nötigen Qualifikationen erwerben könnten?* Und bei denen, wo es nur noch ein paar Jahre bis zur Rente ist, übernimmt er halt für diesen Zeitraum das Gehalt.

Utopisch? Warum eigentlich?

Natürlich kostet das Geld, aber wir können ja einmal die Kosten für die Umweltschäden Gegenrechnen, all die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um die Folgen des Klimawandels erträglich zu machen. All die Kosten durch Umweltkatastrophen, durch Dürre und Ernteausfälle, durch fehlendes Trinkwasser. Ist es dann immer noch utopisch? Sicher machen private Unternehmen durch solch einen Schritt weniger Gewinne, aber ist das wirklich ein Problem? Ist es überhaupt ein Problem, wenn dieses System einmal infrage gestellt wird? Ein System, durch das nur wenige Menschen profitieren, ein viel größerer Anteil aber ausgebeutet wird und unter den Folgen leidet?

Der Gewinn eines raschen Ausstiegs aus der Braunkohle ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft. Für die jetzige Generation und für all die Generationen nach uns, die weiterhin auf diesem wundervollen Planeten leben möchten. Der Egoismus, der sich derzeit zeigt, bringt diesen Gewinn für die Gesellschaft nicht, er sieht nur die kurzfristigen Vorteile, vergisst dabei die langfristigen Folgen und somit die Folgen für die nächsten Generationen.

Sicher verlieren dadurch Menschen ihren Job, natürlich machen die teilweise schon seit Jahrzehnten diesen Job, aber das Leben besteht aus Veränderungen und wir als Gesellschaft müssen diese Veränderungen begleiten, müssen die Menschen abfedern, sie auffangen, ihre Gegenwart und Zukunft sichern, dabei aber eben auch die Zukunft aller anderen Menschen im Blick behalten und da sind die Kosten, die durch eine Übernahme der Gehälter durch den Staat entstehen würden, wohl die mit Abstand geringsten. Und ja, natürlich definieren sich auch viele über ihren Job. Mir ist das durchaus bewusst, aber auch hier ist ein umdenken wichtig. Der eigene Job kann nicht wichtiger sein als die Zukunft der eigenen Kinder, oder der eigenen Enkel, oder Urenkel. Es sollte sich sowieso kein Mensch über den Job definieren, der er ausübt. Niemand sollte daran seinen sozialen Status knüpfen oder den Wert des eigenen Lebens definieren.

Und mit Gewissheit ist mir auch bewusst, dass das den Neid von anderen Menschen wecken könnte, die durch den Staat nicht aufgefangen wurden, als deren Arbeitsplätze wegfielen. Es ist mir klar, dass das als Ungerecht bewertet werden könnte, aber hier wird ein klares politisches Ziel verfolgt. Die Arbeitsplätze gehen nicht aus Profitgier oder durch Misswirtschaft verloren, sondern sie gehen verloren, weil es für die Menschheit und den Planeten das Beste ist. Es entsteht durch den Wegfall also ein gesellschaftlicher Nutzen und da sollte der Neid einfach mal zurückgestellt werden.

*Diese Idee kommt nicht exklusiv von mir. Schon im Wochendämmerungs-Podcast hat Holger Klein diese Möglichkeit angesprochen und garantiert davor und danach auch viele andere.

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Profit vor Gemeinwohl? – Beispiel Wasser

Wasser. Wir Menschen brauchen Wasser, um zu überleben. Nicht nur, weil wir selbst Wasser trinken müssen, sondern weil auch unsere Nahrung Wasser braucht. Aber nicht nur wir Menschen brauchen Wasser, sondern auch die Pflanzen und die Tiere, die ebenfalls auf dieser Erde leben. Wir Menschen konkurrieren um dieses lebenswichtige Element mit den Tieren und den Pflanzen, haben aber den Vorteil, dass wir uns auch Quellen nutzbar machen können, die für Tier- und Pflanzenwelt verschlossen sind.

Seit Jahren Frage ich mich schon, warum wir uns nicht die Meere als Trinkwasserquelle zu nutzen machen. Mir ist bewusst, dass das Meerwasser salzig ist und natürlich ist mir auch bewusst, dass der Aufwand wohl enorm ist, um das Wasser zu entsalzen und trinkbar zu machen, aber es könnte für viele Millionen Menschen auf dieser Erde die Lösung ihrer Wasserprobleme sein. Und eventuell könnte es auch dazu beitragen, die Steigung des Meeresspiegels etwas abzumildern, wovon ja auch Europa betroffen wäre.

Natürlich ist eine Menge Energie nötig, um das Wasser vom Salz und anderen Verunreinigungen zu befreien, aber wenn genügend Geld in die Entwicklung effizienterer Technologien gesteckt werden würde, könnte die Menge an Energie vielleicht gesenkt werden. Es geht mir nicht darum, dass diese Technologie irgendwann mal für irgendein Unternehmen profitabel wird – mit Trinkwasser soll niemand Geld verdienen, sondern es geht mir darum, dass diese Technologie irgendwann problemlos überall dort eingesetzt werden kann, wo sie benötigt wird. Eventuell in Verbindung mit Windkraft- und Sonnenenergie.

Derzeit gibt es ein Unternehmen, welches ein Gerät zur Trinkwassergewinnung herstellen möchte, dass mit einem Solarmodul betrieben wird. Hierzu setzt es auf Crowdfunding, was mich so ziemlich sauer macht, da ein solches Projekt durch ALLE Staaten finanziert werden sollte.

Warum schreibe ich das? Nun, die Medien reden viel davon, dass es irgendwann zu Kriegen um die letzten Wasserreserven kommen wird. Ich frage mich allerdings, warum wir es soweit kommen lassen wollen? Warum muss eine Technologie, die so viele Menschen von Leid befreien könnte, immer Profitabel sein? Warum tun sich nicht alle Staaten zusammen und entwickeln eine solche Technologie, um die Wassernot auf unserer Erde zu beenden? Ich finde keine Antworten darauf, weswegen ich ziemlich verwirrt bin.

Hindert uns unser kapitalistisches System daran Dinge umzusetzen, die für das Gemeinwohl wichtig sind? Ist der Kampf der Staaten um irgendwelche Vorteile wirklich wichtiger als der Kampf gegen Hunger und Durst? Und wenn ja, warum?

Wasser ist ein Menschenrecht! Deswegen sollte auch jeder Mensch genügend Wasser zur Verfügung haben. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere und Pflanzen. Wir Menschen haben die Möglichkeiten dies zu verwirklichen, nur leider scheinen wir nicht ernsthaft daran interessiert zu sein, diese Möglichkeiten auch zu nutzen.

Die Energiewende als Friedensprojekt?

Auf klimaretter.info bringt Jens Mühlhaus, in einem Artikel, einen interessanten Gedanken in die Welt. Er ist der Meinung, dass die Energiewende ein weltweites Friedensprojekt werden könnte, weil es Abhängigkeiten auflöst und sie sogar dazu führen kann, dass die Länder ihren Energiebedarf selbst decken können.

Dieser Gedanke ist natürlich nicht falsch, denn durch eine solche Selbstversorgung würde der Druck von Staaten genommen, die derzeit von anderen Staaten abhängig sind, um ihren Energiebedarf zu decken. Ein Beispiel hierfür ist derzeit die Ukraine, die auf das Gas aus Russland angewiesen ist. Das weiß Russland natürlich und spielt dieses Druckmittel auch wunderbar aus. Doch was würde eigentlich passieren, wenn Russland dieses Druckmittel nicht mehr hätte?

Und genau da fängt mein „aber“ an, denn wenn bestimmte Druckmittel wegfallen, entstehen neue Druckmittel. Auch darf nicht vergessen werden, dass Russland auf die Devisen angewiesen ist, die es durch den Export von Gas und Co verdient. Das Gas ist also auf der einen Seite ein Druckmittel von Putin, welches er gegen kleinere Staaten anwenden kann, auf der anderen Seite ist aber das Geld der EU-Staaten, welches als Druckmittel gegen Russland angewandt werden kann. Somit entsteht hier ein Gleichgewicht und die Frage ist, was passiert, wenn dieses Gleichgewicht nicht mehr gegeben ist? Mit welchen Druckmitteln wird dann gearbeitet, um internationale Politik zu machen?

Ich frage mich, ob das Aggressionspotential dadurch nicht sogar größer wird und ob uns diese Entflechtung von Abhängigkeiten nicht sogar einem Krieg näher bringen würde, als es mit diesen Verflechtungen möglich ist? Denn eine autonome Energieversorgung, wenn sie denn möglich ist, bedeutet gleichzeitig, dass Ländern wie Russland eine Menge Geld verloren geht. Dies würde wohl wiederum eine Armutsspirale in diesen Ländern auslösen, was am Ende dann zu neuen Aggressionen gegen Länder führen könnte, denen es besser geht oder die die eigenen Märkte vergrößern könnten.

Das muss natürlich nicht passieren, aber es zeigt doch, dass die Verflechtungen im Kapitalismus so kompliziert sind, dass schon eine veränderte Konstante zu einem Krieg der Kapitalisten führen könnte, damit Märkte weiterhin ausgebeutet werden können. Damit möchte ich die Energiewende natürlich nicht schlecht reden, im Gegenteil, ich halte sie für überlebensnotwendig. Aber die Frage ist, ob der Kapitalismus schon dazu bereit ist, ob er überhaupt irgendwann dafür bereit sein wird.

Und wenn man diesen Gedanken weiterverfolgt, dann könnte die Energiewende tatsächlich zum weltweit größten Friedensprojekt werden. Nämlich dann, wenn mit der Energiewende auch eine Systemwende kommt, wenn dadurch der Kapitalismus, und der Nationalismus, überwunden wird und alle Menschen friedlich, gleichberechtigt und ohne Armut miteinander Leben.

Natürlich ist dieser Gedanke noch lange nicht zu Ende gedacht, ich wollte ihn nur eben schnell festhalten, bevor er wieder verflogen ist. Was ist eure Meinung dazu? Hat die Energiewende das Potential, zu einem großen weltweiten Friedensprojekt zu werden, oder ist das Thema dazu nicht wichtig genug?

Explodierende Strompreise – Ist allein Altmaier schuld daran?

In Deutschland explodieren die Strompreise, und das, obwohl an der Strombörse der Strom günstig zu haben ist, zeitweise der Preis sogar im Minus ist. Die Verbraucher in Deutschland merken davon nur nicht wirklich was, denn hier steigt der Preis seit Jahren, Preissenkungen hingegen gibt es keine, höchstens dann, wenn der Kunde den Anbieter wechselt.

Hauptsächlich ist die EEG-Umlage an den Strompreiserhöhungen schuld, aber auch die Versorger verdienen kräftig mit und machen jährlich mehrere Milliarden Euro Umsatz, bei einigen liegt auch der Gewinn im Milliarden-Bereich. Was ja auch kein Wunder ist, da der Kunde durch die EEG-Umlage das Investitionsrisiko für Windkraftwerke und Co. trägt und die Energieversorger am Ende sich nur darüber Gedanken machen müssen, wie sie den Gewinn am besten verteilen. Deswegen entstehen übrigens auch Windkraftwerke, die dem Unternehmen Einnahmen bescheren, obwohl diese nicht einmal am Stromnetz angeschlossen sind. Was übrigens daran liegt, dass der Netzausbau nicht ausreichend gesetzlich geregelt ist und somit die Energieversorger hier ihre Aufgabe nicht wahrnehmen, obwohl sie genau dafür verantwortlich sind.

Für dieses Chaos möchte die SPD die Verantwortung nun auf Altmaier und dessen Regierung abschieben, so zumindest in einer Pressemitteilung von Herrn Matthias Machnig, einem Mitglied des Kompetenzteams der SPD:

„Altmaier steht vor den Trümmern seiner Energiepolitik. Nach all seinen Niederlagen – bei Strompreisbremse, Emissionshandel, Fracking-Gesetz – versucht er verzweifelt wieder ins Spiel zurückzukommen und von seiner desaströsen Bilanz abzulenken. Dabei weiß man nie, ob er überhaupt noch ein Mandat der Bundesregierung hat. Beim letzten Versuch hat die Kanzlerin ihm auf offener Bühne den Teppich unter den Füßen weggezogen und ihn von der Aufgabe schlicht entbunden. Das macht deutlich welches Durcheinander in dieser Regierung herrscht.

Es steht fest, dass es demnächst zu einer weiteren deutlichen Strompreiserhöhung kommt. Er und sein Vorgänger haben es in vier Jahren nicht geschafft, ein neues Marktdesign für die erneuerbaren Energien und den notwendigen Zubau anderer Kraftwerkskapazitäten auf den Weg zu bringen. Eine McKinsey-Studie hat dieser Tage festgestellt, dass die Bundesregierung die meisten ihrer energiepolitischen Ziele verfehlen wird – u.a. bei CO2-Reduzierung, Versorgungssicherheit und Preisstabilität. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Homann, hat unlängst darauf hingewiesen, dass bis heute kein Masterplan für die Energiewende existiert. Selten hat sich ein Minister solche Klatschen abholen müssen.

Doch es droht noch Schlimmeres. Die EU hat ein Beihilfeverfahren angekündigt. Wenn das kommt und die Ausnahmeregelungen für die Industrie wegfallen, steht die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts auf dem Spiel! Ein echtes Horrorszenario.
Um sein Versagen zu kaschieren holt Altmaier in letzter Minute nochmal seine Strompreisbremse aus der Wahlkampf-Mottenkiste. Doch damit stiftet er nur noch mehr Verwirrung. Besonders ärgerlich ist, dass er jetzt medial versucht, durch Brandbriefe den Ländern die Schuld zuzuschieben.

Die SPD hat ein klares Konzept: sofortige Senkung der Stromsteuer, um den Kostenanstieg zu verhindern. Damit gewinnen wir Zeit, um sofort nach der Regierungsübernahme eine umfassende Reform des EEG durchzuführen. In diesem Gesamtzusammenhang werden auch die Ausnahmereglungen für die Industrie ein Thema sein. Aber nicht isoliert – so wie es Altmaier will.“

Dabei unerwähnt gelassen wird, dass die SPD und Bündnis90/Die Grünen in ihrer Regierungszeit auch viele Fehler gemacht haben, die an der heutigen Misere eine Mitschuld tragen. Warum hat Rot-Grün damals nicht festgeschrieben, bis wann bestimmte Teilziele im Netzausbau abgeschlossen sein müssen? Hätte es diese Regelungen gegeben, hätten die Stromversorger nicht auf einen baldigen Regierungswechsel hoffen können, sondern sie hätten den Netzausbau beginnen müssen. Sie hätten dann nämlich nicht darauf warten können, dass eine Schwarz-Gelbe Regierung den Ausstieg aus der Kernenergie wieder rückgängig macht, denn sie hätten vorher schon verpflichtende Ziele gehabt, die sie hätten einhalten müssen.

Außerdem muss auch Rot-Grün damals schon bewusst gewesen sein, dass die Strompreise steigen werden. Sie hätten also auch damals schon Werkzeuge in ihre Gesetze verankern können, die es möglich gemacht hätten, die Explosion der Strompreise zu verhindern. Haben sie aber nicht, weswegen sie jetzt, wo es zu einem ernsten Thema wird, nicht den Experten spielen brauchen.

In einen früheren Artikel hier im Blog hatte ich gefordert, dass die Strompreise nicht zum Wahlkampfthema werden dürfen, dass alle Bundestagsfraktionen noch vor der Wahl eine gemeinsame Lösung finden müssten. Dies ist bis jetzt nicht geschehen und somit hat auch die SPD eine Mitschuld daran, wenn die Strompreise in diesem Jahr noch weiter anteigen sollten. Und sie trägt auch an jeder einzelnen Strompreissperrung eine Mitschuld, auch wenn sie es nicht wahr haben möchte.

Dass sich der Bundestag noch nicht einmal auf die Einführung eines Sozialtarifs einigen konnte, damit einkommensschwache Personen entlastet werden, spricht Bände. Wen interessiert es schon, ob einkommensschwache Personen ohne Strom auskommen müssen, solange das Thema im Wahlkampf eine gewisse Attraktivität hat.

Um die Energiewende gemeinsam zu schaffen, benötigen wir einen Dialog

„Die Energiewende werde gelingen, wenn sie alle Beteiligten als gemeinsame Aufgabe betrachten, Verantwortung übernehmen und gemeinsam anpacken.“

Diesen Satz kann man heute auf der Webseite der CDU zur Energiewende lesen. Die Frage ist allerdings, wer sind diese „alle Beteiligten“? Sind das nur die Politiker und die Energieunternehmen? Oder wird vielleicht noch die Wirtschaft mit ins Boot geholt? Und was ist mit den vielen Millionen Bürgern in Deutschland, die inzwischen jedes Jahr eine saftige Strompreiserhöhung im Briefkasten finden? Gehören die vielleicht auch zu den „allen Beteiligten“? Und wenn ja, wie möchte Frau Merkel erreichen, dass diese Menschen die Verantwortung übernehmen?

Verantwortung kann in diesem Fall nicht nur sein, dass man die ganze Rechnung für die Energiewende bezahlt, sondern muss auch ein Mitsprachrecht enthalten. Dem Bürger muss eine Plattform zur Verfügung gestellt werden, auf welcher er ständig seine Ideen und Vorschläge zur Energiewende einbringen kann und die dann auch von der Regierung ernst genommen wird. Wenn Frau Merkel mit allen Beteiligten die Aufgabe gemeinsam anpacken möchte, dann muss sie auch den Kontakt zu allen Beteiligten suchen. Und diesen Kontakt sollte sie dann nicht nur einmal im Jahr suchen, sondern ständig. Das Internet bietet diese Möglichkeiten und es gibt genügend Plattformen im Netz, die dazu genutzt werden können. Und auch, wenn dass 1-2 Millionen Euro kosten sollte, die Energiewende verschlingt Milliarden und da sollte die Regierung, ganz egal, von wem sie geführt wird, nicht auf das Expertenwissen, welches in der Bevölkerung schlummert, verzichten.

Die Bundesregierung möchte, dass die Energiewende gelingt. Das wird aber nur der Fall sein, wenn sie den Bürger ernst nimmt. Gemeinsam anpacken können alle Beteiligten nur dann, wenn es einen Dialog zwischen allen Beteiligten gibt. Und dieser Dialog, der fehlt bei der Energiewende. Der Bürger darf bei der Energiewende nur die Verantwortung für die Rechnung übernehmen, und daran sollte die Bundesregierung etwas ändern.

Die Parteien und die Strompreisbegrenzungen

So langsam scheinen auch die Politiker zu verstehen, dass der Strompreis nicht endlos steigen kann. Die Erhöhungen der letzten Jahre haben schon dazu geführt, dass sich viele Verbraucher, die im Niedriglohnsektor arbeiten oder Sozialleistungen erhalten, die Strompreise nicht mehr leisten können. Daraus resultierten dann natürlich Stromsperrungen, welche für die betroffenen Personen sehr unangenehm sind. Nur an schnelle Lösungen scheint, bis auf Altmaier, kaum eine Partei interessiert zu sein – das Thema eignet sich leider super als Wahlkampfthema.

Setzt euch endlich an einen Tisch und vergesst den Wahlkampf

Dabei ist die Energiewende ein wichtiges Thema, welches aber durch steigende Strompreise auch sehr schnell negativ belastet sein kann. Und genau deswegen sollten die Parteien das nicht zu einem Wahlkampfthema machen, sondern schnell Lösungen anbieten.

Dazu müssten die Parteien aber bereit sein, sich endlich zusammen an einen Tisch zu setzen, um ein Konzept zu erarbeiten, welches von allen Parteien getragen wird. Es darf nicht sein, dass alle Parteien jetzt auf ihr Konzept bestehen, denn die Lösung darf nicht erst nach der Bundestagswahl gefunden werden.

Strom darf nicht zum Luxusartikel werden

Ich weiß, diesen Satz verwende ich andauernd, aber was soll ich tun? Er stimmt ja und das müssen die Politiker auch endlich verstehen. Sie müssen jetzt handeln und nicht erst nach der nächsten Strompreiserhöhung. Notfalls müssen sie Sozialtarife einführen, welche von den Grundversorgern angeboten werden müssen. Was auch immer sie tun, sie müssen handeln – am besten sofort und nicht erst Morgen.

Vorschläge gibt es ja genügend. Die SPD, die Grünen, die CDU und auch die FDP haben Ideen. Diese sollten jetzt in einen Topf geworfen werden und dann in einer großen Runde, an der alle Bundestagsparteien teilnehmen (also auch die Linkspartei), besprochen werden. Und sollten diese Ideen noch nicht ausreichen, dann sollten die Parteien auch das Volk mit ins Boot nehmen.

Gutschein-Kühlschränke für Hartz-4-Empfänger?

Die Energiepreise steigen und steigen und die einzigen beiden Möglichkeiten, die explodierenden Kosten in den Griff zu bekommen, sind, den Stromanbieter zu wechseln und Energie einzusparen. Beides ist ein Problem für einkommensschwache Haushalte, weswegen ich auch schon lange sage, dass den Menschen hier geholfen werden muss.

Der Wechsel des Stromanbieters ist nicht für alle unmöglich, aber für viele, weil sie nicht über eine vertrauenswürdige Schufa-Auskunft verfügen. Die Stromanbieter machen aber einen Bonitätscheck und fällt dieser negativ aus, wird auch der Wechsel des Stromanbieters unmöglich. Dagegen kann die Bundesregierung nicht viel tun, aber sie könnte beim Grundversorger einen Sozialtarif vorschreiben, damit diese Menschen über diesen Weg an einen günstigen Stromtarif kommen.
Dieser könnte natürlich so gestaltet werden, dass nur eine bestimmte Anzahl an Kilowattstunden vergünstigt abgegeben wird – Ansatz kann hier der Durschnittsverbrauch der Haushalte mit einer gewissen Größe sein.

Das Einsparen von Energie ist für viele aber ein viel größeres Problem, denn diese Haushalte können es sich nicht leisten, neue energiesparende Geräte zu kaufen. Deswegen findet man in vielen dieser Haushalte auch noch Kühlschränke, die älter als 10 Jahre sind und somit zu den Energiefressern im Haushalt gehören. Die Bundesregierung denkt nun darüber nach, diesen Haushalten unter die Arme zu greifen. Sie möchten den Menschen einen Gutschein zur Verfügung stellen, mit dem sie sich einen neuen energiesparenden Kühlschrank kaufen können. Dieser Gutschein soll auch nicht auf die Hartz4 Leistungen angerechnet werden, was auch ziemlich sinnlos wäre, da sich die Menschen dann garantiert keinen neuen Kühlschrank kaufen würden.

Noch ist es nur eine Idee, konkrete Pläne wurden noch nicht ausgearbeitet. Aber sollte die Bundesregierung diese Idee tatsächlich umsetzen, so wäre dies das erste Gesetz, welches ich mit voller Überzeugung unterstützen könnte. Viele Gesetze, die von dieser Bundesregierung verabschiedet wurden, belasteten die Haushalte mit niedrigen Einkommen am meisten. Diese Idee könnte jetzt dazu beitragen, dass diese Haushalte auch mal entlastet werden, auch wenn es natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Umweltschutz zu Kosten der Umwelt?

Die Energiewende kommt. Sie kostet jeden Einzelnen von uns eine Menge Geld – mein Strompreis steigt nächstes Jahr zum Beispiel auf 25 Cent pro Kilowattstunde – und soll dazu beitragen, dass unsere Umwelt geschützt wird und das wir der Atomenergie den Rücken zukehren können. Damit ist zwar das Problem der Endmülllagerung nicht geklärt, aber das wäre ein anderes Thema. Hier geht es um die Zukunftstechnologien. Um genau zu sein um die Windräder, die ja derzeit überall hingebaut werden.

Wir brauchen diese Windräder und es muss jeden klar sein, dass auch diese Windräder ein Eingriff in die Natur sind, die auch dazu führen, dass es in der Tierwelt einige Opfer geben wird. Damit müssen wir leben, wenn wir nicht auf unsere Energie verzichten wollen und wenn wir gleichzeitig den Ausstieg aus der Atomkraft wollen. Aber das bedeutet nicht, dass wir diese Windräder ohne Rücksicht aufstellen dürfen – und das Aufstellen meine ich hier wörtlich.

Die meisten Windräder werden im Meer aufgebaut, logisch, weil dort auch viel Wind herrscht und es genügend Platz gibt. Aber auch im Meer gibt es Lebewesen und einige davon sind bedroht. Darunter auch der Schweinswal, der in unserer Nordsee zu Hause ist. Er ist durch nationale und internationale Gesetze geschützt und doch sollen dort, wo die Schweinswale ihre Jungen aufziehen, Windräder gebaut werden. Erst mal noch kein Problem, solange man sich an einige Regeln hält.

Doch nicht die Energieunternehmen sollen sich an Regeln halten, sondern die Schweinswale, die während der Bauphase der Windräder woanders schwimmen sollen. Problem sind dabei nicht nur die Pfähle, welche in den Meeresboden gerammt werden, sondern auch der Lärm, der davon ausgeht. Dieser Lärm wurde auf 160 Dezibel begrenzt, was wohl verhindern wird, dass einige Schweinswale sterben werden, aber es werden dennoch Schäden entstehen. Und der Raum, in welchen sich die Tiere zurückziehen können, wird in der Nordsee auch langsam knapp. Die Probleme könnten aber durch neueste Technologien behoben werden, doch die Bundesregierung schreibt diese Technologien nicht vor – und da sind wir wieder bei den Unternehmen.

Die werden nämlich die Technologie verwenden, die besonders günstig ist, welche aber die Rahmenbedingungen voll ausschöpfen werden. Bedeutet, es wird mehr Lärm geben, als eigentlich nötig wäre. Damit erhöhen die Unternehmen ihren Profit, die dank EEG-Umlage eh schon kein wirkliches Investitionsrisiko mehr tragen und die Schweinswale werden unnötigen Gefahren ausgesetzt, obwohl dies nicht nötig wäre. Die Kosten, die durch die neuen Technologien natürlich steigen würden, trägt doch eh der Endverbraucher. Hier haben wir uns schon lange von der Marktwirtschaft verabschiedet, denn das Investitionsrisiko ist für die großen Energiekonzerne nicht mehr gegeben. Ein Risiko übrigens, welches rechtfertigt, warum Unternehmen auch einen Großteil der Gewinne behalten dürfen. Und wenn dieses Investitionsrisiko schon nicht mehr besteht, dann kann man doch wenigstens verlangen, dass der Umweltschutz und der Umstieg auf die erneuerbaren Energien nicht zulasten der Umwelt gehen.

Die Bundesregierung muss den Energiekonzernen Regeln auferlegen, nicht den Schweinswalen, denen es nämlich ziemlich egal ist, ob wir Strom haben oder nicht.