Nichtwähler: Ihr wart also mal wieder nicht wählen?

Ihr wart mal wieder nicht wählen? Oder ihr wollt bei der nächsten Wahl wieder nicht wählen gehen? Ihr wollt aber auch keine Parteien wie die AfD oder NPD im Parlament haben? Nun, dann macht ihr eindeutig sehr viel falsch!

Wahlkampfbürger

Wollen wir einmal eine kurze Rechnung aufmachen? Gehen wir davon aus, dass es in Deutschland 100 Wahlberechtigte Menschen gibt. Die Parteien brauchen mindestens 5 Prozent der abgegebenen Stimmen, um ins Parlament einzuziehen. Zur Wahl treten die bekannten Parteien an, also CDU, SPD, FDP, Linke, Grüne und AfD und noch einige kleine Parteien.

Der Wahltag ist gekommen, die Auszählung vorbei und am Ende ist die AfD mit 5 Prozent ins Parlament eingezogen. Die Wahlbeteiligung lag leider nur bei 60 Prozent, und so reichten der AfD 3 Stimmen, um ins Parlament einzuziehen. Wenn alle sich an der Wahl beteiligt hätten, wären dazu immerhin 5 Stimmen nötig gewesen. Hier fällt schon etwas auf, nämlich dass die Stimmen der Wähler auf einmal einen größeren Wert haben, da die Stimmen der Nichtwähler einfach unterm Tisch landen, oder, um es ein wenig drastischer auszudrücken, die Stimmen werden einfach auf die Stimmen der Wähler umgerechnet.

In unserem Fall haben die Nichtwähler mit fünf Prozent ihrer Stimme – du also mit fünf Prozent deiner Stimme -, die sie ja anscheinend nicht abgegeben haben, die AfD gewählt. Jeder Nichtwähler hat also auch dazu beigetragen, dass die AfD gewählt wurde. Gleichzeitig stärken die Nichtwähler aber auch die Parteien, die sie mit ihrer Enthaltung ja eigentlich abstrafen wollen. Gehen wir davon aus, dass die CDU 37 Prozent der Stimmen bekommen hat, dann fallen auch 37 Prozent der Stimme der Nichtwähler auf die CDU und das lässt sich auf alle Parteien umlegen.

Du willst tatsächlich etwas ändern?

Wer tatsächlich etwas ändern will, wer tatsächlich ein Zeichen setzen will, muss also wählen gehen. Dauert jetzt auch nicht wirklich lange, tut nicht weh – nein, es gibt keine Spritze am Eingang und es muss auch keine Blutprobe abgegeben werden. Und wer jetzt sagt, dass er die etablierten Parteien aber alle nicht wählen kann, muss dies auch nicht tun. Es gibt so viele kleine Parteien, die zu den Wahlen antreten. Wer die etablierten Parteien nicht wählen möchte, der sollte sich eben informieren, welche kleine Partei zu ihm passt. Denn nur dann könnt ihr sicher sein, dass eure Stimme nicht doch genau den Parteien hilft, die ihr eigentlich gar nicht wählen wollt. Nur so könnt ihr ein Zeichen setzen und es kommt dabei eben nicht darauf an, ob die Parteien überhaupt eine Chance haben, die fünf Prozent Hürde zu erreichen, es geht darum, zu verhindern, dass bestimmte andere Parteien eben diese Hürde nehmen können.

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