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Meinungsschauspielerpodcast Nr.24: Minenfeld Sprache und Gendergerechtigkeit

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Christian

 

In dieser Folge sprechen der Christian und ich über das Minenfeld Sprache. Dazu gehört die Gendergerechtigkeit, die verschiedenen Hashtags, die in den letzten Monaten aufgekommen sind und die Frage, inwieweit wir uns durch bestimmte Entwicklungen immer weiter weg von einer solidarischen Gesellschaft entwickeln. Vorher müssen wir aber kurz über Köthen sprechen, auch als kleine Ergänzung zu unserem letzten Podcast, in dem es um Chemnitz ging.

Wir freuen uns über jede Anmerkung zu den Themen und wünschen euch jetzt wieder viel Spaß mit der 24. Folge des Meinungsschauspielerpodcasts.

Links

Linktipp: 737 rechtsmotivierte Angriffe in Ostdeutschland

737! Das ist die Zahl von registrierten Angriffen im Jahr 2013, die eindeutig auf rechte und rassistische Motive zurückzuführen sind. Allerdings nicht im gesamten Bundesgebiet, sondern nur in Ostdeutschland, denn nur hier wurde diese Statistik geführt. Außerdem sind hier auch nicht alle Fälle registriert, sodass die Dunkelziffer wahrscheinlich noch sehr viel höher liegt. Ein Hauptgrund ist hier, dass die Polizei viel zu selten ermittelt, ob es sich um einen rechtsextremen Übergriff handelt oder nicht.

Mehr interessante Fakten gibt es im Originalartikel „Ostdeutschland: Täglich zwei rechte Angriffe“ auf antifra.blog.rosalux.de.

Antifakongress

Antifa-Kongress: Eröffnungspanel “Antifa in der Krise?”

Antifakongress

Antifakongress “Antifa in der Krise?”

Am 11.04.2014 eröffnete in Berlin der Antifa-Kongress mit dem Thema „Antifa in der Krise?“. Im Eröffnungspanel ging es dabei um die Fragen:

 

  • Wie geht die Rechte mit der Krise um?
  • Wen repräsentieren die rechten Parteien?
  • Wie sieht die Zusammenarbeit der anderen Parteien mit den Rechten aus?

Zu Gast waren Redner aus Frankreich, Schweden, Ungarn und Griechenland, welche auf diese Fragen versucht haben eine Antwort zu geben. Dabei war zu erkennen, dass in Ungarn, Griechenland und Frankreich die Finanzkrise ein Hauptgrund für das Erstarken der Rechten ist. In Schweden hingegen gibt es die Finanzkrise nicht wirklich, weswegen dort eher konservative Werte dazu führen, dass die Rechte bei den Wahlen stärker wird.

In Frankreich, Griechenland und Ungarn sind vor allen die Verarmung der Bevölkerung, die hohe Arbeitslosigkeit und die Suche nach neuen Perspektiven ein Grund dafür, weshalb die rechten Parteien bei den Wählern gewinnen können. Dabei werden diese Parteien nicht nur von Menschen mit niedriger Bildung gewählt, sondern sie bekommen auch Stimmen aus der mittleren Bildungsschicht.

In Griechenland hat die Rechte noch eine weitere Funktion. Sie wird vom System gebraucht, damit die extreme Linke nicht zu stark wird. Deswegen wird dort gegen die Rechte auch nicht wirklich viel unternommen, obwohl dies durchaus möglich wäre.

In Schweden hingegen kann die Rechte mit konservativen Themen punkten, da diese Themen von den anderen Parteien kaum abgedeckt werden. Dort sind die rechten Parteien also das zu Hause für WählerInnen, die zum Beispiel gegen die Ehe von Homosexuellen sind, oder für WählerInnen, die sich alte schwedische Werte wieder zurück wünschen.

Bei der Zusammenarbeit sieht es meist so aus, dass die Mainstream-Parteien versuchen, sich die Themen der Rechten zu eigen zu machen, um den rechten Parteien stimmen wegzunehmen. Eine wirkliche Zusammenarbeit in den Parlamenten gibt es noch nicht, wobei sich das auch schnell ändern kann, umso stärker die rechten Parteien werden.

Hellersdorf gegen Nazis

Grundnahrungsmittel Rassismus – Diskussion auf sagwas.net

Ich schrieb hier ja letztens den Artikel „Berlin du multikulturelle Stadt der Nazis“. Passend dazu steht derzeit auf sagwas.net der Artikel „Grundnahrungsmittel Rassismus“ zur Diskussion. Passend auch deswegen, weil auch in einer anderen Stadt ein ausländischer Mitbürger durch einen Nazi getötet wurde. Ich schrieb zu dem Artikel folgenden Kommentar und ich würde mich freuen, wenn dort (oder hier) noch mehr Kommentare zu der Thematik zusammen kommen, wenn endlich eine Diskussion zu dieser Thematik stattfindet.

Hellersdorf gegen Nazis

Hellersdorf gegen Nazis

„Es ist tatsächlich wahr, was die Autorin über den Rassismus in Deutschland schreibt. Viele erkennen nicht einmal, wenn sie rassistische Äußerungen von sich lassen. Weist man sie dann darauf hin, kommt nur das Argument, dass man die Realitäten nicht wahrhaben möchte, dass man ein Gutmensch ist und das man sich doch einfach mal die Kriminalitätsstatistiken ansehen soll.

So neulich auch in einer Diskussion um ein Flüchtlingsheim. Auf einmal wurde ein Artikel ins Spiel gebracht, der sich um eine angebliche Vergewaltigung in einem Flüchtlingscamp dreht. Was der Kommentator damit andeuten wollte, kann man wie folgt zusammenfassen:

“Alle Ausländer sind Kriminelle. Sie laufen randalierend durch die Straßen und vergewaltigen dabei noch unsere Deutschen Frauen.”

Es ist erschreckend, aber dieser Rassismus, der sich als Vorurteil tarnt, kommt in Deutschland viel zu oft vor. Menschen werden, weil sie nicht aus Deutschland kommen, zu Kriminellen abgestempelt. Wenn man dieser Argumentation folgt, kann man daraus folgern, dass diese Menschen nur aus ihren Kriegsgebieten nach Deutschland kommen, um den dort erlebten Terror auf uns Deutsche zu übertragen. Das die Menschen einfach nur Schutz suchen und sich von den Schrecken erholen wollen, die sie in ihrer Heimat erlebt haben, wird überhaupt nicht in Erwägung gezogen.

Viele glauben von sich, dass sie tolerant wären, doch sobald die Menschen in ihre Nähe ziehen, ist es damit schnell vorbei. Dann kommen die Vorurteile, dann wird behauptet, dass man sich nachts nicht mehr auf der Straße bewegen kann, dass diese Menschen Seuchen mitbringen und die Gegend wird durch diese Menschen sowieso nur mit Müll verunstaltet.

Es ist traurig, aber genau dieser Rassismus ist verdammt weit verbreitet in Deutschland, nur zugeben wollen das natürlich die wenigsten. Da wird dann von “natürlichen” Ängsten gesprochen – Ängste, die nur durch dämliche Vorurteile zustande kommen.“

Wer es nicht glaubt, sollte in seiner Umgebung einmal die Stammtische aufsuchen, oder mit anderen Menschen über diese Thematik diskutieren. Dieser Rassismus ist näher, als man es sich eingestehen möchte.

Zum Artikel auf sagwas.net…