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Wir Deutschen sind wieder wer!

Wir sind wieder wer! Nicht nur im Fußball, sondern auch im Fremdenhass sind wir Deutschen wieder ganz vorne mit dabei. Wir sind keine Nazis, aber wir brennen Unterkünfte nieder, die für geflüchtete Menschen gedacht sind. Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, die aus verschiedensten Gründen ihre Länder verlassen. Schon in den 90igern, nachdem wir die WM gewonnen hatten, dachten wir uns, dass wir Unterkünfte von geflüchteten Menschen niederbrennen müssen, schon damals dachten wir, dass die Angst vor dem Fremden uns weiter bringt und schon damals waren wir keine Nazis, sondern nur besorgte Menschen, die ihren Vorurteilen freien Lauf ließen.

Die Regierung möchte natürlich die Sorgen dieser Bürger ernst nehmen. Die Sorgen vor Überfremdung, vor mehr Gewalt und mehr Verbrechen. Deutsche schlagen natürlich niemanden zusammen, Deutsche klauen nicht, Deutsche begehen keine Morde oder sonst irgendwelche Verbrechen. All das bringen natürlich nur die Fremden ins Land….

Nein, mir wird schlecht, wenn ich diese Gedankengänge weiter aufschreibe. Wir Deutschen sind Weltmeister in Fremdenhass und Vorurteilen. Wir Deutschen hetzen lieber gegen Menschen, die nichts mehr haben, die versuchen sich eine Zukunft aufzubauen – meist nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Familien, die in der Heimat geblieben sind. Wir haben nicht Angst um unsere Arbeitsplätze, weil die Unternehmer und Unternehmerinnen noch mehr Profit machen wollen. Nein, wir haben Angst um unsere Arbeitsplätze, weil die Fremden uns diese ja wegnehmen könnten. Wenn jemand an irgendwas schuld ist in unserem Land, dann sind es die Fremden, nicht die Kapitalisten, die mit ihren Profiten ja nur unsere Arbeitsplätze sichern wollen.

Schuld ist natürlich auch nicht die ungerechte Verteilung von Wohlstand und schon gar nicht die Ausbeutung, durch die dieser Wohlstand aufgebaut wurde. Auch nicht die Kriegswaffen, die Deutschland in die ganze Welt exportiert, nicht die Kriege und auch nicht die Perspektivenlosigkeit der Menschen.

Wir Deutschen sind Weltmeister darin, uns gegen schwächere und ärmere Gruppen ausspielen zu lassen! Die einen hassen den Hartz4-Empfänger, weil der zu faul ist, zu arbeiten und sich von der Gesellschaft alimentieren lässt. Die Anderen hassen geflüchtete Menschen, weil diese ihnen ja irgendwas wegnehmen könnten oder sie Gewalt in das gewaltfreie Deutschland bringen. Jeder tritt nach unten, um sich über die wahren Schuldigen keine Gedanken machen zu müssen.

Wir Deutschen haben jetzt auch wieder eine Partei dafür. Eine Partei, die wir wählen können, ohne gleich als Nazi beschimpft zu werden. Und weil das so ist, wählen wir diese Partei auch wieder. Die wollen ja nichts Schlimmes, die nehmen sich ja nur unserer Ängste an…

Und die Schuldigen? Die Lachen darüber, beuten die Menschen in afrikanischen Ländern und Ländern auf anderen Kontinenten weiter aus und schüren weiter den Fremdenhass, damit sie weiterhin von ihrem Wohlstand nichts abgeben müssen, obwohl sie es könnten, ohne in Hunger und Angst leben zu müssen.

Wir Deutschen haben nichts gelernt. Wir Deutschen sind das Land der Menschen, die in Rassismus und Faschismus ihr Glück suchen.

PS: Vielleicht fällt uns Deutschen ja durch diesen Artikel einmal auf, wie beschissen diese Verallgemeinerung ist. Wie ekelhaft es ist, wenn pauschal über eine Gruppe gesprochen wird, ohne dass Unterschiede gemacht werden. Wie ekelhaft es ist, wenn Vorurteile über einen bestehen, die wahrscheinlich total falsch sind.

Meinungsschauspieler diskutiert im Internet – Woche 09/2014

Neben dem Blog gibt es auch noch viele soziale Netzwerke, auf denen aktiv über Politik diskutiert wird. An einigen dieser Diskussionen nehme ich natürlich auch aktiv teil und diese Diskussionen werde ich jetzt, einmal in der Woche, mit euch teilen. Diese Idee kam mir gestern, weswegen es in dieser Woche auch keine vollständige Liste gibt und die meisten Diskussionen habe ich mit Kevin Hönicke geführt.

Die Gründe für Rassismus und Fremdenhass

In der ersten Diskussion ging es um Rassismus und Fremdenhass. Ich vertrete die Ansicht, dass sich das Abrutschen von Jugendlichen und jungen Menschen in die rechtsextreme Szene vermeiden lässt, wenn die Perspektivlosigkeit bekämpft wird. Jugendliche müssen die Möglichkeiten bekommen, auch ohne Geld am sozialen Leben teilnehmen zu können. Das bedeutet für mich, dass sie, zusammen mit ihren Freunden, ins Kino gehen können, oder sich ein Fußballspiel im Stadion ansehen können. Ebenso bedeutet das, dass die Jugendlichen kostenlos in Vereinen trainieren können und vieles mehr. Die soziale Ausgrenzung muss also abgeschafft werden und natürlich muss auch eine Perspektive für die Zukunft geboten werden.

Das ist derzeit nicht der Fall, weswegen viele Jugendliche die Geborgenheit, die sie dank der sozialen Ausgrenzung sonst nirgends finden, in der rechtsextremen Szene suchen und dort auch finden. Dasselbe gilt übrigens auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund, die sich in Jugendgangs organisieren.

Die Diskussion findet ihr hier auf Facebook.

Die Entscheidung des BVerG zur 3-Prozent-Hürde bei der Europawahl

Das BverG hat in dieser Woche die 3-Prozent-Hürde für die Europawahl gekippt. Die Entscheidung ist nicht wirklich überraschend, denn der damaligen Bundesregierung lag schon ende 2011 ein Rechtsgutachten vor, aus dem klar hervorgeht, dass diese Hürde ebenfalls gegen das Grundgesetz verstößt – so wie 2011 schon die 5-Prozent-Hürde bei der Europawahl gegen das Grundgesetz verstoßen hat. Der Bundesregierung war 2013 also bewusst, dass das Gesetz wieder gekippt werden wird, und dennoch hat die Bundesregierung sowie die SPD und die Grünen für die Hürde gestimmt. Die Überraschung, die jetzt von allen beteiligten Parteien gezeigt wird, ist deswegen für mich nicht nachvollziehbar, genauso wie die Abwertung des Europaparlaments, die einige in dieses Gerichtsurteil deuten.

Diskussion zum Thema mit Kevin Hönicke auf Facebook

Die Hartz-4-Gesetzgebung soll verschärft werden!

Eine andere Diskussion hatte die geplanten Verschärfungen beim Hartz4 als Grundlage. Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr doch die Meinung, die von der Bild gerne verbreitet wird, sich in den Gehirnen der Menschen festgesetzt hat. Ein Leben mit Hartz4 ist kein bequemes Leben. Die betroffenen Menschen würden auch lieber Arbeiten gehen. Sie würden sich auch gerne als Teil der Gesellschaft sehen, würden sich auch gerne mehr leisten können und vieles mehr. Sicher gibt es Ausnahmen, aber die gibt es überall.
Der Irrglauben ist immer, dass es genügend bezahlte Arbeit gibt, und die Arbeitslosen nur zu faul sind, sich um diese zu kümmern. Das Gegenteil ist der Fall und die Arbeitslosigkeit ist von der Wirtschaft auch gewollt, denn dadurch haben sie ein Druckmittel für Lohndumping und geringe Lohnabschlüsse. Aber das verstehen viele nicht, weswegen sie lieber den Hartz4-Empfängern die Schuld geben, anstatt mal die Arbeitgeber zu fragen, was da eigentlich los ist.

Dieser Diskussion findet ihr auf Google+

Friss meine Meinung oder stirb…

Gut, ganz so hat sich Kevin Hönicke nicht ausgedrückt, aber er ist der Meinung, dass er keinen Kontext liefern muss, damit sich andere Menschen eine Meinung bilden können. Sein Argument ist, dass er anwesend war und auch die Möglichkeit gegeben war, einen Livestream zu verfolgen. Nur nicht jeder kann zu jeder Zeit auch einem Livestream folgen, weswegen es dann einfach eine Sache des Anstandes ist, eine Empörung kurz in den Kontext zu bringen, damit sich jeder, der diese Empörung zur Kenntnis nimmt, auch eine eigene Meinung bilden kann. Ansonsten ist es nämlich genau so, wie ich es oben geschrieben habe: „Friss meine Meinung oder stirb…“

Die Diskussion findet ihr wieder hier auf Facebook und wieder mit Kevin

Ich freue mich jetzt schon auf die Diskussionen der nächsten Woche. Vielleicht interessiert euch ja auch noch folgender Artikel, der aufgrund einer der Diskussionen entstanden ist.