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Über 3D-Drucker, Utopien und dem Weg zum Sozialismus

Neulich war ich im Berlinxxnet bei einer Veranstaltung mit dem Titel „Mit dem 3D-Drucker den Sozialismus ausdrucken?“. Eine interessante Überschrift für eine Veranstaltung, die durchaus meine Neugierde geweckt hat. Dabei ging ich allerdings nicht davon aus, dass es tatsächlich um die Technologie geht, sondern darum, wie die Gesellschaft aus der Falle der kapitalistischen Logik geführt werden kann – gerne auch am Beispiel des 3D-Druckers.

Sozialismus in kapitalistischen Denkkategorien denken geht nicht …

Leider fiel mir ziemlich schnell wieder auf, dass der Sozialismus in kapitalistischen Denkkategorien gedacht werden soll. Das kann nicht gelingen, denn es sind ja gerade diese Logiken, die durchbrochen werden müssen, um den Kapitalismus zu überwinden. Im Sozialismus geht es nicht mehr darum, eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen. Es geht auch nicht unbedingt darum, Profite zu erwirtschaften und somit gäbe es dann auch kein „Vermögen“, dass irgendwie um verteilt werden könnte.

Natürlich leben wir im Kapitalismus, natürlich sind die Denkkategorien, die der Kapitalismus hervorgebracht hat, unsere Denkkategorien, aber wer ein neues System hervorbringen möchte, egal wie dieses am Ende heißt, muss den Mut haben, neue Denkkategorien zu erfinden. Es müssen Utopien entwickelt werden, die den Rahmen des kapitalistischen Denkens durchbrechen, die neue Kategorien etablieren. Dazu gehört, dass das Kapital aus dem Mittelpunkt verdrängt werden muss und der Mensch und die Umwelt – somit auch die Tiere und Pflanzen – in den Mittelpunkt gerückt werden müssen.

In einer solchen Gesellschaft geht es dann nicht mehr darum, ob der Nutzen größer ist als die Kosten, sondern es geht darum, ob bestimmte Dinge das Leben der Menschen und Tiere verbessern. Es geht dann auch nicht mehr um Kostenoptimierung, um Profit, um Geld. Nein, es geht dann darum, die Menschen auf der ganzen Welt zu versorgen. Es geht dann darum, die Ressourcen fair zu verteilen, damit jeder Mensch ein lebenswertes und glückliches Leben leben kann. Dazu kann ein 3D-Drucker durchaus beitragen, wobei natürlich nicht jeder Mensch im Sozialismus einen 3D-Drucker haben muss.

Das gilt aber nicht nur für 3D-Drucker, dass gilt für viele Technologien, die der Kapitalismus hervorgebracht hat. Das gilt auch für viele Errungenschaften der Wissenschaft. Diese Technologien und Errungenschaften haben bereits im Kapitalismus gezeigt, dass sie das Leben der Menschen einfacher machen können, sie haben jetzt bereits bewiesen, dass sie dazu beitragen können, das Leben der Menschen lebenswerter zu machen. Aber sie haben es nicht geschafft den Kapitalismus zu überwinden und das werden Technologien auch nicht, weil Technologien in jedem Gesellschaftssystem irgendeinen Nutzen erbringen können, und wenn nicht, dann werden sie im Kapitalismus eben nicht weiter erforscht.

Technologie kann durchaus das Leben der Menschen verändern, sowohl im positiven Sinne, wie auch im Negativen. Technologien verändern allerdings nicht die Denkkategorien, die sind im Kapitalismus seit Jahrzehnten gleich. Es geht seit Jahrzehnten darum die Profite zu erhöhen. Es geht im Kapitalismus schon immer darum, sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen, indem andere Menschen ausgebeutet werden und diese Logik wird nicht durch einen 3D-Drucker durchbrochen und auch durch keine andere Technologie. Diese Logik muss in den Köpfen der Menschen durchbrochen werden, durch Utopien, durch neue Denkkategorien durch neue Werte.

Diese Utopien kommen allerdings nicht aus einem 3D-Drucker, diese Utopien müssen in den Köpfen erdacht werden, sie müssen aufgeschrieben werden, sie müssen verbreitet werden. Ein neues Gesellschaftssystem kann sich nur so entwickeln, es kann nur gedeihen, wenn dabei alte Denkkategorien auf den Müll geworfen und durch Neue ersetzt werden.
Derzeit beschränkt sich die Linke aber lieber auf Dystopien. Natürlich muss sie darauf hinweisen, dass neue Technologien im Kapitalismus durchaus auch negative Auswirkungen auf den einzelnen Menschen haben, besonders dann, wenn Technologien im Kapitalismus die Existenz von Menschen bedrohen, weil dadurch Arbeitsplätze vernichtet werden, oder weil der Staat dadurch noch größere Überwachungsmöglichkeiten erlangt, aber sie muss diesen Dystopien auch Utopien entgegen stellen. Denn diese negativen Auswirkungen entstehen nicht durch die neue Technologie, sondern sie entstehen durch das Gesellschaftssystem, in dem diese neuen Technologien genutzt werden.

Nein, der 3D-Drucker kann den Sozialismus nicht ausdrucken. Aber so, wie ein 3D-Drucker einmal eine Utopie war und wie er heute auch noch Grundlage vieler Utopien sein kann, so muss die Linke Grundlage für eine neue Gesellschaftsutopie werden.

#Blogparade: Wie stellst du dir (d)eine Gesellschaft vor? #EineZukunft

Eine Gesellschaft braucht Utopien um sich weiterzuentwickeln. In der Vergangenheit gab es viele solcher Utopien, die, als sie entstanden sind, für unmöglich gehalten wurden. Wer hätte wirklich geglaubt, dass der Mensch einmal zum Mond fliegt? Wer hätte geglaubt, dass der Mensch überhaupt einmal fliegt? Hätte es keine Schriftsteller gegeben, die sich solche Dinge ausgedacht hätten, wer weiß, ob die Menschheit heute schon dort wäre, wo sie jetzt ist.

Doch irgendwie gibt es in letzter Zeit viel zu wenige Utopien. Dabei wäre in der Gesellschaft noch so viel zu ändern. Es gibt immer noch Menschen, die Hunger leiden. Es gibt Kriege, es gibt Armut, es gibt Gewalt und vieles mehr. Wo bleiben die utopischen Gesellschaftsbilder, in denen es diese Probleme nicht mehr gibt? Wo bleibt das Gesellschaftsbild, in dem es allen Menschen gut geht und nicht nur wenige durch ein Wirtschaftssystem profitieren, indem viele Produkte im Überfluss produziert werden, und sie doch nicht für jeden Menschen zugänglich sind?

Deswegen behandelt die neue Blogparade genau dieses Thema. Ich möchte von euch gerne wissen, wie ihr euch eine Gesellschaft vorstellt. Soll alles so bleiben, wie es ist? Oder soll sie ganz anders aussehen? Lasst eurer Phantasie doch einfach mal freien Lauf und entwickelt eure Gesellschaftsutopie.

Oder entwickelt genau das Gegenteil. Eine Gesellschaftsdystopie. Vielleicht könnt ihr euch gar nicht vorstellen, dass es eine positive Gesellschaftsform in der Zukunft geben kann, dann interessieren mich deine Dystopie der zukünftigen Gesellschaft.

Die Regeln

Die Regeln sind wieder ganz einfach. Ihr schreibt einfach einen Artikel für euren Blog, veröffentlicht ihn und hinterlasst hier einen Kommentar, damit ich ihn lesen kann. Natürlich dürft ihr auch auf diesen Artikel hier verlinken, müsst das aber natürlich nicht. Ihr dürft aber auch gerne ein Video dazu drehen, oder einen Podcast. Welches Medium ihr benutzt ist also relativ egal, aber einen kleinen Hinweis, dass ihr mitgemacht habt, brauche ich in jeden Fall.

Die Blogparade läuft wieder einen Monat und endet am 15.03.2016. Ich freue mich auf eure Teilnahme und auf die Utopien, die ihr entwickelt.

Update:

Da ich die Blogparade immer noch interessant finde, habe ich sie jetzt noch einmal heraus geholt und starte sie noch einmal neu. Sie läuft jetzt bis zum 15.03.2016. Auf Twitter lautet der Hashtag: #EineZukunft

Links:

Es hat zwar leider keiner an der Blogparade teilgenommen, aber hier kommen alle Links hin, die dennoch zum Thema passen: