Schlagwort-Archive: PeerBlog

Der PeerBlog – die vergebene Chance

Vor zwei Tagen schrieb ich hier über den PeerBlog. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, ist, dass der Blog bereits am nächsten Tag schon wieder Geschichte sein würde. Der Druck der Netzgemeinde war einfach zu groß und so wurde der Blog durch Hacker lahmgelegt, was die Verantwortlichen dann dazu gebracht hat, den Blog wieder aus dem Netz zu nehmen.

Hintergrund war die Finanzierung des Blogs, denn die Bürger wollten wissen, welche Unternehmen diesen Blog unterstützten. Mir stellt sich immer noch die Frage, warum diese Information so wichtig sein soll? Mich persönlich interessiert es nicht, wer diesen Blog finanziert hat. Was mich allerdings interessiert hätte, wären die Informationen, die dieser Blog zum Kanzlerkandidaten Steinbrück verteilt hätte. Immerhin scheinen die Betreiber dem Peer Steinbrück ziemlich nahe gestanden zu haben, und so hätte es durchaus sein können, dass dieser Blog uns allen die Chance gegeben hätte, den Peer ein klein wenig besser kennenzulernen.

Sicher, der Blog hätte auch total langweilig sein können, er hätte Informationen verbreiten können, die wir eh alle schon kannten, aber es hätte auch anders sein können. Und jeder sollte sich jetzt einmal die Frage stellen, welchen Vorteil Peer Steinbrück hätte aus diesem Blog ziehen können? Wäre es Unternehmern, die der CDU nahe stehen, nicht möglich gewesen, ebenso einen Blog auf die Beine zu stellen? Welchen Vorteil im Wahlkampf hätte Peer Steinbrück denn durch diesen Blog gehabt? Was war also so schlimm an diesen Blog? Etwa die Tatsache, dass einige Autoren durch diesen Blog Geld verdient haben? Leute, ich verstehe es nicht!

Was ich aber verstehe, ist, dass wir uns eine Chance genommen haben. Es hätten politische Blogs entstehen können, in denen wir an Hintergrundinformationen hätten kommen können, die den Medien so nicht bekannt waren. Wir hätten eventuell einen viel größeren Blick in die Parteien bekommen können, denn die Macht dieser Blogs wäre nur durch besondere Informationen entstanden. Die Blogs hätten einen Mehrwert bieten müssen, damit sie sich gegen die Medien als zusätzliches Informationsangebot hätten durchsetzen können.

Die Chance ist jetzt vergeben, der PeerBlog ist Geschichte. Das ist traurig, aber im deutschen Internet ist halt vieles so, wie es in der deutschen Gesellschaft ist. Konservativ und nur nichts Neues ausprobieren.

Google Alert wird mir wohl auch weiterhin zum Thema „Politik“ nur deutschsprachige Medien liefern, hinter denen ein Verlag steht. Politische Blogs hatte ich bisher noch nie dabei, was zeigt, wie uninteressant unsere deutschen Politik-Blogs wohl sind.

Der PeerBlog und die Medien

Der Anti-Kanzlerkandidat der SPD hat jetzt einen Blog. Der wird allerdings nicht von ihm selbst betrieben, sondern von Leuten, die den Peer super finden und die ihm mit diesem Blog im Wahlkampf helfen wollen. Soweit ist das alles noch kein Skandal, aber dann kommen halt die Medien noch dazu und nun ist der PeerBlog wohl den meisten Menschen in Deutschland bekannt.

Das Problem selbst habe ich noch nicht wirklich verstanden. Der Blog wird von privaten Unternehmern unterstützt, die anscheinend eine sechsstellige Summe zur Finanzierung des Bloges zur Verfügung gestellt haben. Irgendwie scheint auch genau hier der Knackpunkt zu liegen, jedenfalls habe ich das bisher so verstanden. Nur sehe ich hier irgendwie gar kein Problem, denn was Unternehmer mit ihrem Geld machen, sollte doch ihnen überlassen werden.

Durch den Blog verdienen jetzt einige Autoren ein wenig Geld – ich gehöre leider nicht dazu – und diese Autoren unterstützen den Anti-Kanzlerkandidat Steinbrück eben jetzt im Wahlkampf. Und ja, es sind parteiexterne Unterstützer, aber das sind die meisten Wähler der Parteien doch auch.

Worüber diskutiert werden muss, ist, wie die PR-Agentur, welche den Blog betreibt, Werbung mit Politikern gemacht hat. Der leichte Zugang zu politischen Entscheidungsträgern gehört eigentlich nicht zu den Vermittlungsaufgaben einer PR-Agentur. Ich glaube, jeder weiß, wozu ein solcher Zugang dienen soll und so etwas gehört sich nicht in der Politik.

Der Blog selbst ist aber nicht wirklich diskussionswürdig, denn im Netz kann jeder innerhalb von fünf Minuten einen Blog einrichten. Die einen machen es, ohne große finanzielle Polster im Rücken zu haben und die anderen verdienen damit eben ihr Geld.