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Der PeerBlog und die Medien

Der Anti-Kanzlerkandidat der SPD hat jetzt einen Blog. Der wird allerdings nicht von ihm selbst betrieben, sondern von Leuten, die den Peer super finden und die ihm mit diesem Blog im Wahlkampf helfen wollen. Soweit ist das alles noch kein Skandal, aber dann kommen halt die Medien noch dazu und nun ist der PeerBlog wohl den meisten Menschen in Deutschland bekannt.

Das Problem selbst habe ich noch nicht wirklich verstanden. Der Blog wird von privaten Unternehmern unterstützt, die anscheinend eine sechsstellige Summe zur Finanzierung des Bloges zur Verfügung gestellt haben. Irgendwie scheint auch genau hier der Knackpunkt zu liegen, jedenfalls habe ich das bisher so verstanden. Nur sehe ich hier irgendwie gar kein Problem, denn was Unternehmer mit ihrem Geld machen, sollte doch ihnen überlassen werden.

Durch den Blog verdienen jetzt einige Autoren ein wenig Geld – ich gehöre leider nicht dazu – und diese Autoren unterstützen den Anti-Kanzlerkandidat Steinbrück eben jetzt im Wahlkampf. Und ja, es sind parteiexterne Unterstützer, aber das sind die meisten Wähler der Parteien doch auch.

Worüber diskutiert werden muss, ist, wie die PR-Agentur, welche den Blog betreibt, Werbung mit Politikern gemacht hat. Der leichte Zugang zu politischen Entscheidungsträgern gehört eigentlich nicht zu den Vermittlungsaufgaben einer PR-Agentur. Ich glaube, jeder weiß, wozu ein solcher Zugang dienen soll und so etwas gehört sich nicht in der Politik.

Der Blog selbst ist aber nicht wirklich diskussionswürdig, denn im Netz kann jeder innerhalb von fünf Minuten einen Blog einrichten. Die einen machen es, ohne große finanzielle Polster im Rücken zu haben und die anderen verdienen damit eben ihr Geld.

Kommentar: Steinbrück darf gerne sagen, was er denkt…

„Die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass Politiker das aussprechen können, was sie denken“

Peer Steinbrück 2013

Die Menschen haben natürlich einen Anspruch darauf, dass die Politiker aussprechen können, was sie tatsächlich denken. Ich würde sogar das „können“ aus dem Satz streichen und behaupten, das die Menschen das Recht haben zu wissen, was die Politiker tatsächlich denken. Dabei sehe ich aber ein Problem, nämlich den Politiker selbst.

Der Wähler wäre sicherlich froh, wenn er vor der Wahl genau wissen würde, was die Kandidaten so denken – nur die Politiker wollen dies gar nicht. Spitzenpolitiker wie Peer Steinbrück haben nicht umsonst ein Wahlkampfteam – wobei das Team von Steinbrück wohl derzeit schlaflose Nächte verbringt.
Die Reden sind gut durchdacht, damit sich möglichst viele Wähler angesprochen fühlen. Diese Reden sollen das Wahlprogramm der Parteien bestmöglichst verkaufen, enthalten aber eben nur die Gedanken, die vom Wähler positiv aufgenommen werden. Sicherlich wird hier und da auch mal was „Negatives“ eingebaut. Wahrheiten, die der Wähler schon lange kennt und die ihn nicht mehr vom Hocker hauen. Wahrheiten eben, mit denen sich der Wähler schon abgefunden hat. Der Politiker will ja auch glaubwürdig rüberkommen und nicht nur Versprechungen machen.

Was aber passiert, wenn einem Politiker Gedanken rausrutschen, die beim Wähler negativ ankommen und mit denen er sich eben nicht abgefunden hat, weil er es nicht will, das merkt Peer Steinbrück gerade.

Denn die Menschen haben nicht nur einen Anspruch darauf, an den Gedanken der Politiker teilzuhaben, sondern auch darauf, diese zu kommentieren. Der Wähler muss die Gedanken nicht nur schlucken, er darf sich auch eine Meinung dazu bilden und er darf dann eben auch sagen, wenn ihm die Gedanken nicht gefallen. Damit muss sich Peer Steinbrück abfinden und vielleicht sollte er sich mit den Einwänden auch auseinandersetzen.

Sich hinter seinen Meinungen zu verschanzen bringt nämlich nicht viel. Ein glaubwürdiger Politiker überprüft seine Meinungen ständig. Das bedeutet nicht, dass er seine Meinung andauernd wechselt, sondern, dass er die Gegenargumente prüft. Kann er sie widerlegen, steht seine Meinung auf einem festeren Fundament. Kann er sie nicht widerlegen, so muss er an seiner Meinung arbeiten, muss das Fundament stärken oder er muss eben eingestehen, dass sein Gedanke falsch war.

Negativ ist nämlich nicht, eine eigene Meinung zu haben. Negativ ist, wenn man seine Meinung verbreitet und dann versucht zu sagen, dass das alles doch gar nicht so gemeint war. Wenn Steinbrück also denkt, dass das Kanzlergehalt zu niedrig ist, dann soll er bitte auch erklären, warum dies so ist. Ebenso sollte er auf die Gegenargumente eingehen und dem Wähler erklären, warum diese falsch sind oder eben, dass er sich geirrt hat.

Politiker dürfen ihre Gedanken gerne öfter rauslassen. Es darf aber keine Einbahnstraße sein, sondern es muss in einem Dialog enden. Denn nicht nur die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass die Politiker das Aussprechen können, was sie denken, sondern auch die Politiker haben einen Anspruch darauf, dass die Menschen das aussprechen können, was sie denken.