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Meinungsschauspieler Podcast Nr.23: Klimawandel und Nazis sind Nazis

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Christian

 

Der Sommer war heiß und gerade der letzte Monat motivierte weder den Christian noch mich dazu, einen Podcast aufzunehmen. Dafür sind wir aber jetzt zurück und mit uns der Klimawandel. Wobei der natürlich nie weg war, aber wir reden darüber, gerade auch deswegen, weil er in den letzten Jahren immer deutlicher zu sehen war. Nachdem wir letztes Jahr in den Straßen von Berlin schwimmen konnten, war es dieses Jahr kaum möglich, ohne genügend Getränke vor die Tür zu gehen. Das war für einige Menschen durchaus schön, für die Tiere und Pflanzen hingegen nicht.

Und dann war da ja auch noch Chemnitz. Auch darüber sprechen Christian und ich in diesem Podcast.

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Wir Deutschen sind wieder wer!

Wir sind wieder wer! Nicht nur im Fußball, sondern auch im Fremdenhass sind wir Deutschen wieder ganz vorne mit dabei. Wir sind keine Nazis, aber wir brennen Unterkünfte nieder, die für geflüchtete Menschen gedacht sind. Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, die aus verschiedensten Gründen ihre Länder verlassen. Schon in den 90igern, nachdem wir die WM gewonnen hatten, dachten wir uns, dass wir Unterkünfte von geflüchteten Menschen niederbrennen müssen, schon damals dachten wir, dass die Angst vor dem Fremden uns weiter bringt und schon damals waren wir keine Nazis, sondern nur besorgte Menschen, die ihren Vorurteilen freien Lauf ließen.

Die Regierung möchte natürlich die Sorgen dieser Bürger ernst nehmen. Die Sorgen vor Überfremdung, vor mehr Gewalt und mehr Verbrechen. Deutsche schlagen natürlich niemanden zusammen, Deutsche klauen nicht, Deutsche begehen keine Morde oder sonst irgendwelche Verbrechen. All das bringen natürlich nur die Fremden ins Land….

Nein, mir wird schlecht, wenn ich diese Gedankengänge weiter aufschreibe. Wir Deutschen sind Weltmeister in Fremdenhass und Vorurteilen. Wir Deutschen hetzen lieber gegen Menschen, die nichts mehr haben, die versuchen sich eine Zukunft aufzubauen – meist nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Familien, die in der Heimat geblieben sind. Wir haben nicht Angst um unsere Arbeitsplätze, weil die Unternehmer und Unternehmerinnen noch mehr Profit machen wollen. Nein, wir haben Angst um unsere Arbeitsplätze, weil die Fremden uns diese ja wegnehmen könnten. Wenn jemand an irgendwas schuld ist in unserem Land, dann sind es die Fremden, nicht die Kapitalisten, die mit ihren Profiten ja nur unsere Arbeitsplätze sichern wollen.

Schuld ist natürlich auch nicht die ungerechte Verteilung von Wohlstand und schon gar nicht die Ausbeutung, durch die dieser Wohlstand aufgebaut wurde. Auch nicht die Kriegswaffen, die Deutschland in die ganze Welt exportiert, nicht die Kriege und auch nicht die Perspektivenlosigkeit der Menschen.

Wir Deutschen sind Weltmeister darin, uns gegen schwächere und ärmere Gruppen ausspielen zu lassen! Die einen hassen den Hartz4-Empfänger, weil der zu faul ist, zu arbeiten und sich von der Gesellschaft alimentieren lässt. Die Anderen hassen geflüchtete Menschen, weil diese ihnen ja irgendwas wegnehmen könnten oder sie Gewalt in das gewaltfreie Deutschland bringen. Jeder tritt nach unten, um sich über die wahren Schuldigen keine Gedanken machen zu müssen.

Wir Deutschen haben jetzt auch wieder eine Partei dafür. Eine Partei, die wir wählen können, ohne gleich als Nazi beschimpft zu werden. Und weil das so ist, wählen wir diese Partei auch wieder. Die wollen ja nichts Schlimmes, die nehmen sich ja nur unserer Ängste an…

Und die Schuldigen? Die Lachen darüber, beuten die Menschen in afrikanischen Ländern und Ländern auf anderen Kontinenten weiter aus und schüren weiter den Fremdenhass, damit sie weiterhin von ihrem Wohlstand nichts abgeben müssen, obwohl sie es könnten, ohne in Hunger und Angst leben zu müssen.

Wir Deutschen haben nichts gelernt. Wir Deutschen sind das Land der Menschen, die in Rassismus und Faschismus ihr Glück suchen.

PS: Vielleicht fällt uns Deutschen ja durch diesen Artikel einmal auf, wie beschissen diese Verallgemeinerung ist. Wie ekelhaft es ist, wenn pauschal über eine Gruppe gesprochen wird, ohne dass Unterschiede gemacht werden. Wie ekelhaft es ist, wenn Vorurteile über einen bestehen, die wahrscheinlich total falsch sind.

Berlin du multikulturelle Stadt der Nazis!

Berlin du multikulturelle Stadt der Nazis. Okay, der Satz ist ein wenig übertrieben, aber ich schäme mich doch langsam dafür, in dieser Stadt zu leben. Nicht, dass es mir hier nicht gefällt, im Gegenteil, ich bin hier in Berlin geboren, bin hier groß geworden und eigentlich liebe ich diese Stadt, aber die Nachrichten, die ich in den letzten Wochen lesen muss, schockieren mich einfach.

Dass es mit der Toleranz sehr schnell vorbei sein kann, wenn auf einmal fremde Menschen in den eigenen Kiez ziehen sollen, hatte „Mensch“ in seinen damaligen Artikel schon festgestellt. Aber dabei bleibt es ja nicht, jedenfalls nicht in Berlin.

Beispiel Marzahn/Hellersdorf

In Berlin Hellersdorf soll ein Asylheim für Syrier entstehen. Genutzt werden soll eine alte Schule, die derzeit leer steht. Diese befindet sich natürlich in einem Wohngebiet, was auch vollkommen in Ordnung ist, denn die Asylbewerber sollen ja nicht isoliert werden. Doch anstatt die Asylbewerber freundlich zu empfangen, machen sich einige Anwohner eher sorgen darum, dass das Gebiet verdrecken könnte und die Gewalt steigt. Wer Berlin kennt, der weiß, dass hier nicht wirklich viel verdrecken kann, denn viele Berliner lassen ihren Abfall überall fallen, vor allem feiernde Jugendliche, die nicht mehr in der Lage sind, den nächsten Mülleimer anzusteuern.

Warum die Gewalt steigen soll, wenn sich Menschen, die gerade aus einem Kriegsgebiet geflüchtet sind, hier niederlassen, damit sie ihr Leben in Frieden leben können, erschließt sich mir auch nicht. Meinen die Anwohner wirklich, dass diese Menschen plündernd durch die Gegend ziehen und alle Mädels vergewaltigen, die nach Anbruch der Dunkelheit noch auf der Straße herumlaufen? Alles nur verdammte Vorurteile, die aber anscheinend in vielen Köpfen tief verankert sind. Aber ein Nazi ist man natürlich nicht…

Beispiel Reinickendorf

In Reinickendorf haben die Anwohner Angst vor fallenden Immobilienpreisen, wenn Kinder von Flüchtlingen auf deren Spielplatz spielen. Wahrscheinlich werden die auch plündernd über den Spielplatz streifen und sich den Sand klauen, oder sie fackeln den Spielplatz ab, weil, es sind ja keine deutschen Kinder, weswegen sie nicht wissen, wie hier in Deutschland richtig gespielt wird. Deswegen haben sich die Ureinwohner einen Ureinwohneranwalt genommen, der den Flüchtlingskindern das Spielen auf den Ureinwohnerspielplatz untersagt hat.

Und weil das noch nicht genug ist, haben die Ureinwohner auch gleich noch gegen eine Baugenehmigung Einspruch eingelegt, weil die Ureinwohner Angst davor haben, von den Flüchtlingen mit irgendwelchen Seuchen angesteckt zu werden. Wahrscheinlich sind die Ureinwohner nämlich gegen Impfungen und haben jetzt Angst vor den Folgen ihrer Impffaulheit. Habe ich schon die fallenden Immobilienpreise erwähnt?…

Das sind jetzt nur zwei Beispiele – ich habe in den letzten Wochen leider von sehr viel mehr gelesen. Aber ich habe noch Hoffnungen, denn es gibt nicht nur die Gegner, sondern es gibt auch die Menschen, welche die Asylbewerber hier willkommen heißen und die sich gegen die verdammte Nazipropaganda stellen. Diese Menschen machen mir Hoffnung, denn sie bleiben stehen, auch dann, wenn sie von der anderen Seite bedroht werden.