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Meinungsschauspielerpodcast Nr.26: Hambacher Forst und Wohngipfel

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Christian

Je mehr ich in den letzten Tagen vom Hambacher Forst gelesen habe, desto mehr habe ich mich über dieses Thema aufgeregt. Daraus sind nicht nur zwei Blogartikel entstanden, nein auch in diesem Podcast sprechen Christian und ich über dieses Thema. Warum ist es so schwer, dass Gemeinwohl in den Mittelpunkt politischen Handelns zu stellen und nicht immer den Profit von Unternehmen?

Genau dasselbe gilt für das zweite Thema, dem Thema Wohnen. Auch hier geht es nicht um das Gemeinwohl, sondern um die Profite von Investoren, die Wohnungen als Spekulationsobjekte sehen und eben nicht als ein Grundrecht, dass jedem Menschen auf dieser Erde zusteht.

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Zwischen Eigentum und Gemeinwohl abwägen …

Wenn Herbert Reul, Innenminister in NRW und CDU-Mitglied, sagt: “Diese selbst ernannten Umweltschützer wollen nicht Bäume retten, sondern den Staat abschaffen“, hat er vieles noch nicht verstanden. Er hat zum Beispiel nicht verstanden, dass sich der Staat seine eigenen Grundlagen zerstört, wenn er die Lebensbedingungen der Menschen nicht beschützt. Er versteht auch nicht, dass er die Demokratie gefährdet, solange er die Profite der Unternehmen höher bewertet, als die Grund- und Menschenrechte, wenn er Eigentumsrechte vor das Gemeinwohl stellt.

Herr Reul diskreditiert und kriminalisiert Menschen, die für eine bessere Welt kämpfen, oder zumindest verhindern wollen, dass noch mehr Raubbau an der Natur stattfindet. Menschen, die zumeist einen friedlichen Weg des Protests wählen und auf zivilen Ungehorsam setzen, weil es in unserer Demokratie ansonsten kaum Wege gibt, um gegen die finanzstarken Lobbygruppen des Kapitals etwas auszurichten. Genau dieses Verhalten von Herrn Reul schadet der Demokratie und schädigt somit auch die Grundlagen des Staates. Er sät Misstrauen und produziert dadurch Ablehnung und Spaltung.

Es ist dabei auch egal, wer irgendwann einmal etwas an irgendwen verkauft hat. In einer Demokratie sollte es jederzeit möglich sein, politische Entscheidungen zu überdenken und notfalls auch rückgängig zu machen. Natürlich produziert das auch ein Stück weit Planungsunsicherheit, aber warum sollte es Unternehmen hier anders gehen, als den Menschen, die für diese Unternehmen arbeiten? Eine Demokratie muss zwischen Eigentum und Gemeinwohl abwägen dürfen, muss am Ende auch Entscheidungen gegen das Eigentum von Unternehmen fällen können, wenn es für das Gemeinwohl die größere Chance bietet. Nur dazu braucht es eben auch den Druck von der Straße, die Artikulation von Unzufriedenheit, um eine solche Entscheidungsfindung in Gang zu setzen.

Wenn ein Unternehmen nicht flexibel genug ist, sich von Praktiken zu verabschieden, die die Umwelt zu stark belasten, dann kann hier auch einmal die Politik der Antreiber für einen schnellen Kurzwechsel des Unternehmens sein. Wenn ein Unternehmen lieber darauf setzt, möglichst viele Profite durch die Zerstörung der Natur zu erzielen, dann ist es die Politik, die das Unternehmen dazu drängen kann, lieber in Innovationen und damit in die Zukunft zu investieren. Und dazu zählt dann notfalls eben auch – wie oben schon erwähnt – die Eigentumsfrage zu stellen und sich nicht dahinter zu verstecken.

See

Profit vor Gemeinwohl? – Beispiel Wasser

Wasser. Wir Menschen brauchen Wasser, um zu überleben. Nicht nur, weil wir selbst Wasser trinken müssen, sondern weil auch unsere Nahrung Wasser braucht. Aber nicht nur wir Menschen brauchen Wasser, sondern auch die Pflanzen und die Tiere, die ebenfalls auf dieser Erde leben. Wir Menschen konkurrieren um dieses lebenswichtige Element mit den Tieren und den Pflanzen, haben aber den Vorteil, dass wir uns auch Quellen nutzbar machen können, die für Tier- und Pflanzenwelt verschlossen sind.

Seit Jahren Frage ich mich schon, warum wir uns nicht die Meere als Trinkwasserquelle zu nutzen machen. Mir ist bewusst, dass das Meerwasser salzig ist und natürlich ist mir auch bewusst, dass der Aufwand wohl enorm ist, um das Wasser zu entsalzen und trinkbar zu machen, aber es könnte für viele Millionen Menschen auf dieser Erde die Lösung ihrer Wasserprobleme sein. Und eventuell könnte es auch dazu beitragen, die Steigung des Meeresspiegels etwas abzumildern, wovon ja auch Europa betroffen wäre.

Natürlich ist eine Menge Energie nötig, um das Wasser vom Salz und anderen Verunreinigungen zu befreien, aber wenn genügend Geld in die Entwicklung effizienterer Technologien gesteckt werden würde, könnte die Menge an Energie vielleicht gesenkt werden. Es geht mir nicht darum, dass diese Technologie irgendwann mal für irgendein Unternehmen profitabel wird – mit Trinkwasser soll niemand Geld verdienen, sondern es geht mir darum, dass diese Technologie irgendwann problemlos überall dort eingesetzt werden kann, wo sie benötigt wird. Eventuell in Verbindung mit Windkraft- und Sonnenenergie.

Derzeit gibt es ein Unternehmen, welches ein Gerät zur Trinkwassergewinnung herstellen möchte, dass mit einem Solarmodul betrieben wird. Hierzu setzt es auf Crowdfunding, was mich so ziemlich sauer macht, da ein solches Projekt durch ALLE Staaten finanziert werden sollte.

Warum schreibe ich das? Nun, die Medien reden viel davon, dass es irgendwann zu Kriegen um die letzten Wasserreserven kommen wird. Ich frage mich allerdings, warum wir es soweit kommen lassen wollen? Warum muss eine Technologie, die so viele Menschen von Leid befreien könnte, immer Profitabel sein? Warum tun sich nicht alle Staaten zusammen und entwickeln eine solche Technologie, um die Wassernot auf unserer Erde zu beenden? Ich finde keine Antworten darauf, weswegen ich ziemlich verwirrt bin.

Hindert uns unser kapitalistisches System daran Dinge umzusetzen, die für das Gemeinwohl wichtig sind? Ist der Kampf der Staaten um irgendwelche Vorteile wirklich wichtiger als der Kampf gegen Hunger und Durst? Und wenn ja, warum?

Wasser ist ein Menschenrecht! Deswegen sollte auch jeder Mensch genügend Wasser zur Verfügung haben. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere und Pflanzen. Wir Menschen haben die Möglichkeiten dies zu verwirklichen, nur leider scheinen wir nicht ernsthaft daran interessiert zu sein, diese Möglichkeiten auch zu nutzen.