Es liest wohl immer wer mit!

In den letzten Tagen ist die NSA in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Nicht nur in die Amerikanische, denn es handelt sich bei der NSA ja um einen amerikanischen Geheimdienst, sondern in die weltweite Öffentlichkeit. Schuld daran ist Edward Snowden, der der Öffentlichkeit mitgeteilt hat, welch ein riesiger Überwachungsapparat die NSA inzwischen ist. Wenn sie wollte, könnte sie wohl innerhalb kürzester Zeit ein riesiges Profil von jedem Internetnutzer zusammenstellen. Die Daten dafür hat sie im Internet gesammelt und auf ihren eigenen Systemen gespeichert.

Nun könnte man natürlich sagen, dass jeder, der Daten ins Internet stellt, selbst daran schuld ist, wenn die NSA diese sammelt. Sicher ist die Aussage nicht falsch, aber das Internet wurde ohne Daten nicht gehen. Ich rufe ja auch niemanden an, und schweige dann am Telefon, nur weil die Möglichkeit besteht, dass jemand das Telefonat mithört. Und ich verschicke auch nicht ein leeres Blatt Papier, nur damit niemand den Brief lesen kann, den ich eigentlich versenden wollte. Fakt ist also, bei jeder Art der Kommunikation entstehen Daten und einer Überwachung dieser könnte der Bürger wohl nur entgehen, wenn er die Kommunikation einstellt. Nur könnte er dann auch gleich sein Leben einstellen, weil das ohne Kommunikation nicht viel Sinn macht.

Dasselbe gilt für das Internet. Das Internet lebt durch die Kommunikation, die es ermöglicht. Dabei fallen immer Daten an, die auch irgendwo gespeichert sind. Ein kleines Forum hat dabei natürlich nicht so viele Daten wie ein großes soziales Netzwerk, aber das ist auch nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem ist, wofür diese Daten genutzt werden.

Das Unternehmen wie Facebook und Google die Daten nutzen, um damit Geld zu verdienen, sollte jedem klar sein. Das kann einem gefallen oder auch nicht, aber jeder der Facebook nutzt, macht das freiwillig und das es in unserer Gesellschaft nichts kostenlos gibt, sollte jedem bekannt sein. Wer also nicht möchte, dass Google oder Facebook mit seinen Daten Geld verdient, sollte die Dienste einfach meiden und hat dann schon gewonnen. Hier ist also jeder persönlich für seinen Datenschutz verantwortlich und die Browser bieten inzwischen viele Möglichkeiten, um im Thema Datenschutz seinen eigenen Weg zu gehen.

Ein anderes Thema ist aber, wenn Geheimdienste und somit Staaten die Daten abfangen. Dagegen kann ein Mensch meist nichts tun, denn Computersysteme sind, solange sie am Internet sind, nie zu 100 Prozent sicher. Und wenn es ein Geheimdienst auf die Daten abgesehen hat, dann bekommt er die auch. Hier kann nur der Gesetzgeber eingreifen, nur macht er das eben nicht. In einem anderen Artikel hatte ich ja schon darüber geschrieben, dass der Staat bald alles über seine Bürger weiß. Er stellt alle unter einen Generalverdacht und überzeugt viele Wähler mit dem Argument der Terrorabwehr. Sicher wurden dadurch schon einige Terroranschläge verhindert, aber jeder Bürger muss sich fragen, ob die Maßnahmen, die die Freiheit jedes Einzelnen beschneiden, wirklich zweckmäßig sind. Und wir brauchen hier gar nicht nach Amerika blicken, denn auch in Deutschland sind wir auf dem besten Weg, jeden Schritt eines Bürgers für den Staat verfolgbar zu machen. Das Argument: „Ich habe nichts zu verheimlichen.“, sollten wir endlich über Board werfen. Das rechtfertigt nämlich nicht die Maßnahmen, die der Staat gegen seine Bürger einleitet, nur damit er diese Schützen kann.

Ich persönlich werde mir das großartige Kommunikationswerkzeug, welches das Internet bietet, nicht nehmen lassen. Ich werde weiterhin Google, Facebook und Twitter nutzen. Ich werde mir weiterhin bewusst sein, dass diese Unternehmen meine Daten verkaufen und damit Geld verdienen. Aber ich werde es nicht hinnehmen, dass der Staat mich unter Generalverdacht stellt, nur weil er die Macht und die Möglichkeiten dazu hat.

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2 Gedanken zu „Es liest wohl immer wer mit!

    • Das tut Seehofer ja leider nicht wirklich, sondern er denkt lediglich, dass es eine Wahlchancen verbessert, wenn er so tut als ob, der Wendehals, der…

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