Plant die EU die Privatisierung des Wassers?

Wenn das stimmt, was man hier im Artikel lesen kann, hilft es tatsächlich nur noch, wenn man gegen solche Pläne auf die Straße geht. Die EU möchte die Wasserversorgung privatisieren, Vorreiter sollen Griechenland und Portugal werden, damit möglichst viel Geld in die blanken Staatskassen gespült wird. Aber auch die restlichen EU-Länder soll es treffen – allerdings nur, wenn das stimmt, was dort im Blogartikel geschrieben steht.

Es gibt Bereiche, die gehören einfach nicht privatisiert. Dazu gehört Wasser, dazu gehört die Energieversorgung, die Telekommunikation und der Wohnungsmarkt. Bei der Telekommunikation kann ich derzeit damit leben, dass sie privatisiert sind, weil der Wettbewerb noch funktioniert. In den restlichen Bereichen bin ich aber absolut gegen die Privatisierung.

Wasser ist ein Gut, das nicht durch unnötige Profitgier verteuert werden darf. Wo das hinführt, haben wir in Berlin gesehen, wo das Wasser viel zu teuer ist, was eindeutig der Teilprivatisierung zugeschrieben werden kann. Wasser kann auch gar nicht privatisiert werden, weil es immer ein regionales Monopol sein wird. Es kann nicht mehrere Anbieter geben, weil die Infrastruktur immer nur einmal vorhanden sein wird. Es wird also auch keinen Wettbewerb geben, welcher die Qualität des Trinkwassers verbessert und der die Preise des Gutes senkt. Ein Milliardenmarkt also für multinationale Unternehmen, der gesicherte Renditen verspricht.

Der Mensch braucht Wasser, ohne Wasser kann er nicht überleben. Deswegen gehören die Wasserbetriebe auch nicht in die Hände irgendwelcher privaten Unternehmen, sondern in die Hände der Länder. Eine Wasserversorgung darf nicht auf Profitmaximierung ausgelegt sein, sondern sie muss für jeden Bürger finanzierbar bleiben. Das kann nur ein Unternehmen leisten, welches keinen Profitdruck hat. Wasserbetriebe also, die vom Staat betrieben werden.

Ein privates Unternehmen hätte auch mit der Infrastruktur zu kämpfen. Diese muss regelmäßig erneuert werden und diese Erneuerung kann nur durch Investitionen gelingen. Diese schmälern die möglichen Renditen, oder erhöhen eben die Wasserpreise unnötig, damit der Profit nicht geschmälert wird. Wo das hinführt, können wir sehr gut bei der Deutschen Bahn beobachten. Nötige Investitionen in die Infrastruktur werden solange verzögert, bis gar nichts mehr geht. Zu erleben war das in Berlin bei der S-Bahn und in den ICEs, die im Sommer plötzlich zur Sauna wurden.

Bei den Wasserbetrieben würde das viele Rohrbrüche bedeuten, viele Ausfälle in der Wasserversorgung und eine schlechtere Wasserqualität. Im Gegenzug würden die Bürger allerdings auch bedeutend mehr Geld für die Versorgung zahlen müssen, da die Unternehmen einen anständigen Profit machen wollen.

Außerdem könnte eine Privatisierung dazu führen, dass es zu einer Zweiklassen Wasserversorgung kommt. Menschen, die es sich leisten können, finanzieren die Modernisierung ihrer Wasserversorgung einfach selbst – andere müssten dann eben warten, bis ihre Rohrleitungen modernisiert sind, auch wenn das mehrere Monate dauert.

Wasser ist ein Gut, welches jedem Menschen zugänglich gemacht werden muss. Es darf nicht privatisiert werden, es muss immer in der Verfügungsgewalt des Staates bleiben und somit in der Gewalt des Volkes.

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